Aktuelles
Reformationsjubiläum und Arbeiten der OTEGAU am Geraer Abschnitt des „Lutherweges“

Nur selten hat ein Ereignis die Weltgeschichte so nachhaltig beeinflusst wie die Reformation, die vor nunmehr 500 Jahren ihren Anfang nahm. Dass Luther mit der Übersetzung des „Neuen Testaments“ auf der Wartburg einen bedeutenden Beitrag zur Vereinheitlichung der deutschen Schriftsprache leistete, gehört sicher zum Allgemeinwissen. Genauso auch, dass die folgende Spaltung der Kirche ungeahnte militärische Konflikte auslöste und zu Veränderungen der politischen Landkarte Europas führte. Ein späteres Ergebnis ist die Trennung von Kirche und Staat in Deutschland und die Freiheit der Religionsausübung, die Anfang des 20. Jahrhunderts verfassungsmäßig garantiert wurden. Doch die Reformation wirkte und wirkt nicht nur in reinen Glaubensangelegenheiten bis in die Familien hinein – so wurde auch das Schulwesen grundlegend umgestaltet, dem „einfachen Volk“ Lesen und Schreiben ermöglicht. Geistes- und Naturwissenschaften erblühten und die Technik entwickelte sich.

Festgemacht am Zeitpunkt des (unverbürgten) Anschlages seiner 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg durch Martin Luther, wird der runde Jahrestag der Reformation im Jahr 2017 durch zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen überwiegend in den protestantisch geprägten Ländern und Landkreisen gewürdigt. Bereits in den Vorjahren starteten überregionale Aktivitäten, die auf das Ereignis einstimmen, die es begleiten und darüber hinaus auf Orte mit Bezug zur Thematik verweisen.

Ein solches Gemeinschaftsprojekt stellt der „Lutherweg“ dar. Er verbindet in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Bayern und Hessen die historischen Schauplätze der Reformation mit einer Vielzahl von Stätten, an denen sich deren Wirkungen ausmachen lassen. Der „Lutherweg“ lässt sich als Ganzes in Tagesetappen erwandern; er bietet aber auch die Möglichkeit, je nach Interesse und Kondition Teile oder ausgewählte Orte zu erleben.

Im Stadtgebiet von Gera erstreckt sich der „Lutherweg“ annähernd hufeisenförmig auf einer Länge von 17,5 km und bindet an den Wegeverlauf im Landkreis Greiz an - beginnend im Süden im Ortsteil Liebschwitz und in der Ortslage Collis im Gessental endend. Dabei werden zahlreiche Ortsteile sowie historisch und heimatkundlich bedeutsame Stationen der Stadt Gera passiert. Rund ein Viertel der Wegstrecke führt durch den Geraer Stadtwald - hier zum Teil durch eine 300 ha große Fläche, die auf Grund ihrer besonderen Naturausstattung unter der Bezeichnung Fauna-Flora-Habitat „Hainberg-Weinberg“ Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 ist.

Lutherw1 Quelle: Stadtverwaltung Gera, C. H.

Im Jahr 2015 wurde der Geraer „Lutherweg“ über Arbeitsgelegenheiten nach § 16 d SGB II mit einheitlichem Logo ausgeschildert. Weiterhin konnten markante Punkte Informationstafeln erhalten, die aus Spendenmitteln bereitgestellt wurden. Im Stadtwald wurden Teile des Wegeverlaufs vom Wildwuchs befreit und kleinere Ausbesserungen vorgenommen. Nach Beendigung aller vorgesehenen Arbeiten war der Lutherweg in der geplanten Länge nutzbar; die Eröffnung erfolgte unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit zum Reformationstag.

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Einweihung der „Katharina-Spange“ im Beisein des Thüringer Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Herrn Wolfgang Tiefensee am 31.10.2016
Quelle: Stadtverwaltung Gera, C. H.


Im Rahmen der Geraer „Grünwerkstatt“, einer Arbeitsgruppe aus engagierten Vertretern der Stadtverwaltung Gera (Dezernat Bau und Umwelt mit den Fachdiensten Umwelt und Stadtgrün), der Arbeitsverwaltung (Jobcenter Gera) und am Gemeinwohl orientierter Einrichtungen wurde die Idee geboren, eine „Querspange“ zu errichten, die eine Verbindung zwischen Gera-Zwötzen und Collis über das artenreiche Naturschutzgebiet „Lasur“ herstellt. Auch hier wurde unter Nutzung von Instrumentarien der Arbeitsförderung ein guter Weg gefunden, das Projekt zügig umzusetzen und noch im Jahr 2016 abzuschließen. Im Ergebnis lässt sich nun ein Rundweg erwandern, der wesentliche Teile des „Lutherweges“ einbezieht und diesen um ein erlebenswertes Stück Natur ergänzt. Zum Reformationstag am 31.10.2016 erhielt die neue Querung die symbolhafte Bezeichnung „Katharina-Spange“ – eine Würdigung der Frau an Luthers Seite, Katharina von Bora.

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